Informationen zur Yoga-Praxis
Um eine sichere und stabile Yoga-Praxis zu entwickeln ist es notwendig, mehrmals in der Woche zu praktizieren. Anfangs empfiehlt es sich 2-3-Mal in der Woche zu üben und nach und nach auszubauen. Das Ziel ist, Yoga in sein tägliches Leben zu integrieren. Dabei ist öfters wenig besser als selten viel. Wichtig ist, die Praxis über einen längeren Zeitraum aufzubauen und erst nach und nach neue Asanas hinzuzufügen.
Wenn eine tägliche Praxis etabliert ist, wird ein Tag in der Woche pausiert.
In der Tradition des Ashtanga Yoga wird auch an Voll- und Neumondtagen nicht praktiziert, da dies die Tage mit dem höchsten- bzw. niedrigsten Energielevel sind und die Gefahr der Verletzung oder der Überanstrengung gegeben ist. Wir unterrichten an diesen Tagen eine "Moonpractice" für alle Erfahrungslevels.
Frauen praktizieren kein Ashtanga Yoga während ihrer Menstruation. Durch die Praxis des Ashtanga Yoga werden die Energien im Körper zu stark nach oben geleitet, was im Gegensatz zum Menstruationsprozess steht. Ideal ist in dieser Zeit eine entspannendes Yoga, z.B Yin Yoga oder die "Moonpractice" zu üben.
Bei Schwangerschaft kann Ashtanga Yoga praktiziert werden, wenn schon vorher eine Praxis aufgebaut wurde. Wobei die Asanas und die Art des Übens an die Schwangerschaft angepasst werden sollte.
Das regelmäßige Praktizieren von Yoga kann tief greifende Veränderung in Gang setzen. Bei diesem Prozess ist das Aufflammen alter Verletzungen (auf allen Ebenen) möglich. Gerade in diesen Zeiten können Widerstände auftreten und das Praktizieren kann für eine Weile anstrengender als gewohnt sein.
Auch ist die Entwicklung der Yoga-Praxis selten linear, das heißt, es gibt immer wieder Zeiträume von Stillstand oder auch Rückschritte (das erste Mal oft nach 6 bis 9 Monaten). Man hat das Gefühl, es geht nicht weiter und ist enttäuscht. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, regelmäßig zu praktizieren und eventuell die Praxis anzupassen. Bitte haltet Rücksprache mit Eurem Lehrer.
Es besteht die Gefahr, die Qualität des Yoga sowie das Beurteilen der eigenen Praxis an den körperlichen Fähigkeiten die erlangt werden zu messen. Das Erreichen bestimmter Fertigkeiten auf körperlicher Ebene ist nur ein Teil des Yoga. Konzentration auf den Atem innerhalb der Asana und das Erreichen eines meditativen Zustandes ist der wichtigere Teil der Yoga-Praxis. Zu viel Ehrgeiz und Vergleich mit den Anderen bringen in der Praxis nicht weiter. Wirkungsvoller ist, innerhalb der eigenen Grenzen regelmäßig zu praktizieren und zu beobachten, was sich verändert.
Durch eine kontinuierliche Yoga-Praxis wird eine neu gewonne Leichtigkeit und Kraft erlebt und Heilungsprozesse können auf allen Ebenen in Gang gesezt werden.
Sri K. Patthabi Jois (verstorben im Mai 2009) war die weltweit anerkannte höchste Autorität des Ashtanga Yoga. Ihm haben wir zu verdanken, dass diese wunderbare Praxis mittlerweile weltweit praktiziert wird. Er lernte diese Form des Yoga von seinem Lehrer Sri T. Krishnamacharya und gründete 1948 das Ashtanga Yoga Research Institut in Mysore (India). Sri K. Patthabi Jois und sein Sohn Manju haben Ashtanga Yoga Anfang der 70er Jahre durch Einladung begeisterter Schüler in die USA gebracht. Manju Jois ist in den USA geblieben und hat seither unterrichtet und Lehrer ausgebildet. Die Praxis des Ashtanga Yoga hat sich von diesem Zeitpunkt an weltweit verbreitet.
