Ashtanga Yoga-Praxis

Um eine sichere und stabile Yoga-Praxis zu entwickeln ist es notwendig, mehrmals in der Woche zu praktizieren. Anfangs empfiehlt es sich 2-3-Mal in der Woche zu üben und nach und nach auszubauen. Das Ziel ist, Yoga in sein tägliches Leben zu integrieren. Dabei ist öfters wenig besser als selten viel. Wichtig ist, die Praxis über einen längeren Zeitraum aufzubauen und erst nach und nach neue Asanas hinzuzufügen.

Wenn eine tägliche Praxis etabliert ist, wird ein Tag in der Woche pausiert. In der Tradition des Ashtanga Yoga wird an Voll- und Neumondtagen nicht praktiziert.

Das regelmäßige Praktizieren von Yoga kann tief greifende Veränderungen in Gang setzen. Bei diesem Prozess ist das Aufflammen alter Verletzungen (auf allen Ebenen) möglich. Gerade in diesen Zeiten können Widerstände auftreten und das Praktizieren kann für eine Weile anstrengender als gewohnt sein.

Auch ist die Entwicklung der Yoga-Praxis selten linear, das heißt, es gibt immer wieder Zeiträume von Stillstand oder auch Rückschritte (das erste Mal oft nach 6 bis 9 Monaten). Man hat das Gefühl, es geht nicht weiter und ist enttäuscht. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, regelmäßig zu praktizieren und eventuell die Praxis anzupassen. Bitte haltet Rücksprache mit Eurem Lehrer.

Es besteht die Gefahr, die Qualität des Yoga sowie das Beurteilen der eigenen Praxis an den körperlichen Fähigkeiten die erlangt werden zu messen. Das Erreichen bestimmter Fertigkeiten auf körperlicher Ebene ist nur ein Teil des Yoga. Konzentration auf den Atem innerhalb der Asana und das Erreichen eines meditativen Zustandes ist der wichtigere Teil der Yoga-Praxis. Zu viel Ehrgeiz und Vergleich mit den Anderen bringen in der Praxis nicht weiter. Wirkungsvoller ist, innerhalb der eigenen Grenzen regelmäßig zu praktizieren und zu beobachten, was sich verändert.

Durch eine kontinuierliche Yoga-Praxis wird eine neu gewonne Leichtigkeit und Kraft erlebt und Heilungsprozesse können auf allen Ebenen in Gang gesezt werden.

In Indien wurde Yoga immer von einem Lehrer (Guru) an seine Schüler weitergegeben. Das Aufschreiben, Filmen und Fotografieren ist neu und verändert grundlegend das Unterrichten des Yoga. Es ist nach wie vor wichtig und hilfreich, über einen längeren Zeitraum mit einem Lehrer, dem ihr vertraut, zu arbeiten und Euch begleiten zu lassen. Nur so wird das Vorankommen in eurer Yoga-Praxis gewährleistet. Was selbstverständlich nicht gegen Inspiration durch Bücher oder DVD's spricht.

Sri K. Patthabi Jois (verstorben im Mai 2009) war die weltweit anerkannte höchste Autorität des Ashtanga Yoga. Ihm haben wir zu verdanken, dass diese wunderbare Praxis mittlerweile weltweit praktiziert wird. Er lernte diese Form des Yoga von seinem Lehrer Sri T. Krishnamacharya und gründete 1948 das Ashtanga Yoga Research Institut in Mysore (India). Sri K. Patthabi Jois und sein Sohn Manju haben Ashtanga Yoga Anfang der 70er Jahre durch Einladung begeisterter Schüler in die USA gebracht. Manju Jois ist in den USA geblieben und hat seither unterrichtet und Lehrer ausgebildet. Die Praxis des Ashtanga Yoga hat sich von diesem Zeitpunkt an weltweit verbreitet.

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